DEFA-Filmplakate spiegeln die ästhetischen und ideologischen Leitlinien des sozialistischen Kinos der DDR wider. Frühwerke wie Die Mörder sind unter uns (1946) setzen auf expressionistische Bildsprache: harte Kontraste, fragmentierte Stadträume und markante Gesichter, die den moralischen Wiederaufbau nach dem Krieg betonen. Die Plakate fungieren weniger als reine Werbung, sondern als visuelle Verdichtung politischer und gesellschaftlicher Botschaften.
In den 1960er-Jahren zeigen Plakate zu Filmen wie Spur der Steine (1966) oder Berlin – Ecke Schönhauser… (1957) eine Mischung aus dokumentarischer Nüchternheit und grafischer Zuspitzung. Fotografische Porträts der Protagonistinnen und Protagonisten werden mit reduzierter Typografie kombiniert, um Konflikte zwischen Individuum und Kollektiv sichtbar zu machen. Die Gestaltung bleibt oft streng, aber pointiert, mit klaren Linien und wenigen, bewusst gesetzten Farben.
Spätere DEFA-Plakate, etwa zu Die Legende von Paul und Paula (1973) oder Solo Sunny (1980), öffnen sich stärker popkulturellen Einflüssen. Handgezeichnete Motive, leuchtende Farben und verspielte Kompositionen rücken Emotion, Musik und Großstadtatmosphäre in den Vordergrund. So markieren die Plakate auch visuell den Wandel von der dogmatischen Hinwendung zur „sozialistischen Persönlichkeit“ hin zu komplexeren, individuelleren Lebensentwürfen.
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