Kinoplakate von Theo Matejko

Signatur des Grafikers Theo Matejko

Der Pressezeichner und Gebrauchsgrafiker Theo Matejko wurde am 18. Juni 1893 als Theo Matejka in Wien geboren. Er starb am 09. September 1946.

Theo Matejko ist vor allem durch seine Pressezeichnungen von Sportereignissen bekannt geworden und zählte lange zu den meistbeschäftigten Zeichnern des Ullstein Verlages. Seine Darstellungen von Sportereignissen mit oft vielen technischen Details setzten Maßstäbe. Der Pressezeichner Matejko war darüber hinaus Illustrator, Werbegrafiker und gestaltete viele Filmplakate, von denen aber heute nur noch wenige erhalten sind.

Theo Matejko

Nach dem Besuch einer Bürgerschule machte Matejko eine Ausbildung zum Kunstmaler. Ab ca. 1913 war er als Werbegrafiker tätig. Das älteste seiner erhaltenen Bilder stammt aus dem Jahr 1914 und hängt im Heeresgeschichtlichen Museum Wien. Ende 1914 trat er in die K.u.K. Infantrie ein. Per Regimentsbefehl war ihm der Besitz von Zeichenutensilien erlaubt. In der Zeit im Schützengraben kam er nur wenig zum Zeichnen. Man wurde aber auf ihn aufmerksam und er bekam die ersten Aufträge für die Frontberichterstattung der Illustrirte Zeitung Leipzig. Im März 1917 wird er offiziell als Pressezeichner in die Kunstgruppe des Kriegspressequartiers aufgenommen. In der Folge lieferte er zahlreiche Zeichnungen von den vordersten Frontlinien.

Kurz vor dem Ende des Ersten Weltkriegs heiratete er am 25. April 1918 seine erste Frau. Nach Kriegesende folgen dann die ersten Plakatarbeiten. 1920 geht Matejko nach Berlin und arbeitet unter anderem für den Ullstein Verlag. Seine ersten Arbeiten in Berlin sind Zeichnungen von Filmpremieren, Spieleclubs und aus dem Unterwelt-Milieu. 1921 erscheinen in der Berliner Illustrierten Matejkos erste Zeichnungen von Auto- und Motorradrennen. In den folgenden Jahren liefert er viele Berichte von Motorsport-Rennen quer durch Europa. Oft nimmt er auch selbst an diesen Rennen teil, ist dabei aber nicht besonders erfolgreich. Seine Zeichnungen bestechen durch Dynamik und technische Details. Ein zweites Hauptbetätigungsfeld waren Zeichnungen von Sportveranstaltungen, vor allem Box-Sport und Radrennen.

1921 lässt sich Matejko von seiner ersten Frau scheiden und heiratet das blonde UFA-Filmsternchen Erika Fiedler, mit der er bis zu seinem Tod verheiratet bleibt.

1923 entwirft Matejko für Ullstein die Gestalt des Kriegsgewinnlers Raffke, die in der Folge sehr populär wird und sogar filmisch verewigt wird. In der Berliner Zeit betätigt er sich kontinuierlich auch als Gestalter von Filmplakaten - und fällt 1924 auch als Ausstellungsleiter für Filmreklame auf. Seine Filmplakate können Matejkos Herkunft als Pressezeichner nicht verbergen, viele wirken wie vergrößerte Illustrationen und sind nicht für Fernwirkung gedacht. Viele seiner Aufträge kamen von der Ufa. 1924 allein 80 Stück. - Darüber hinaus fertigt er Gebrauchsgrafik für z.B. Esso, Continental, ARAL uvm. Ebenfalls 1923 gestaltet er einen fast 40-teiligen Plakatzyklus für den Film Die zehn Gebote, der im U-bahn-Tunnel Leipziger Straße/Friedrichstadt in Berlin für Aufsehen sorgt.

In den 30er Jahren tritt dann die Filmwebetätigkeit von Matejko in den Hintergrund. 1935 geht Matejko im Auftrag des Ullstein-Verlages nach Amerika und veröffentlicht gezeichnete Reiseberichte. Ein nicht näher beschriebenes "Sittlichkeitsverbrechen" bringt ihn kurzzeitig ins Gefängnis und beendet die Zusammenarbeit mit dem inzwischen reichsdeutschen Ullstein-Verlag. Stattdessen kehrt er zu seinen Wurzeln, der Kriegsberichterstattung zurück und zeichnet ab 1937 für Die Wehrmacht. 1945 gestaltet er die letzte Briefmarke des Deutschen Reichs.

Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs verlässt Matejko mit seiner Frau Erika das brennende Berlin. Sein gesammter Besitz wird vernichtet und geht verloren. Wegen Filmarbeiten seiner Frau Erika reist Matejko 1946 an den Vorderthiersee bei St. Anton. Am 09.09.1946 stirbt er dort an einem Gehirnschlag.

Literatur

Weblinks

Im Archiv befinden sich 35 Filmplakate, die von Theo Matejko gestaltet wurden.

1937
Fridericus
1935
Blutsbrüder
1932
blonder Traum, Ein
1932
Sieger, Der
1930
Afrika spricht!
1930
Liebeswalzer
1927
Meister von Nürnberg, Der
1927
Petronella
1926
Herr Tartüff
1926
Kreuzer Emden
1926
Unehelichen, Die
1925
Pietro, der Korsar
1925
Walzertraum, Ein
1925
Walzertraum, Ein
1925
Zum Schneegipfel Afrikas
1924
Don Carlos und Elisabeth
1924
letzte Mann, Der
1924
Nibelungen, Die: Siegfrieds Tod
1924
Nibelungen, Die: Siegfrieds Tod
1924
Nibelungen, Die: Siegfrieds Tod
1924
Rin-Tin-Tins Heldentat
1922
Dr. Mabuse, der Spieler
1922
Dr. Mabuse, der Spieler
1920
Lederstrumpf, 2. Teil: Der Letzte der Mohikaner
1920
Sumurun
1920
Sumurun
1919
Christus im Film
1919
Czardasfürstin, Die
1919
Galeerensträfling, Der - Teil 1
1919
Madame DuBarry
1919
Opium
1919
Opium
1919
Puppe, Die
1917
Fiaker Nr. 13
1917
Luciola (Das Glühwürmchen)
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