Identität auf Filmplakaten wird häufig über Körperhaltung, Blickführung und Farbgebung verhandelt. Auf dem Plakat zu Lola rennt (1998) wird Identität als etwas Dynamisches inszeniert: Die zerschnittene Typografie und die laufende Figur suggerieren ein Ich, das sich im Moment der Entscheidung formt. Ähnlich spielt Oh Boy (2012) mit Schwarz-Weiß-Kontrasten, um eine suchende, noch unentschiedene Großstadtidentität zu markieren.
Plakate zu Filmen wie Das weiße Band (2009) nutzen Reduktion und Anonymisierung: Das verdeckte Gesicht und die strenge Komposition verweisen auf eine Identität, die von gesellschaftlichen Normen und Schweigen geprägt ist. In Der Himmel über Berlin (1987) wird Identität über die Gegenüberstellung von Engel und Stadt sichtbar; das Plakat verbindet das Überirdische mit dem Alltäglichen und stellt die Frage nach der eigenen Position dazwischen.
Auch kollektive Identität wird auf Filmplakaten verhandelt. Das Ensemble auf dem Plakat zu Die fetten Jahre sind vorbei (2004) steht für eine politisierte, aber fragile Generation, deren Selbstbild zwischen Rebellion und Anpassung schwankt. So werden Filmplakate zu visuellen Experimentierfeldern, auf denen Identität nicht nur dargestellt, sondern aktiv konstruiert und zur Diskussion gestellt wird.
Im Archiv befinden sich 140 Filmplakate zum Thema Identität:
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