Zigaretten auf Filmplakaten sind ein starkes visuelles Kürzel für Coolness, Risiko und existenzielle Müdigkeit. Wenn Humphrey Bogart in Casablanca (1942) mit einer Zigarette im Halbdunkel steht, verdichtet das Plakat in einem einzigen Bild die Mischung aus Romantik, Zynismus und Kriegszeit-Melancholie. Der Rauch wird zur atmosphärischen Textur, die die Figuren umhüllt und Distanz wie Nähe zugleich markiert.
Ähnlich inszeniert Frühstück bei Tiffany (1961) die Zigarette als Accessoire der Stilikone: Auf dem Plakat wird sie Teil einer eleganten Pose, die weniger Laster als urbane Raffinesse signalisiert. In Der Pate (1972) wiederum verstärkt die Zigarette auf manchen Motiven das Bild des nachdenklichen, innerlich zerrissenen Machtmenschen, dessen Entscheidungen im Schatten getroffen werden.
Noch kühler und distanzierter wirkt der einsame Killer in Der eiskalte Engel (1967): Die Zigarette unterstreicht seine stoische, fast emotionslose Präsenz, der Rauch rahmt sein Gesicht wie ein schwebender Schleier. In Kriminal- und Gangsterfilmen wie GoodFellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia (1990) wird die Zigarette schließlich zum Alltagsgegenstand der Unterwelt, ein beiläufiges Requisit, das Gewalt, Kameradschaft und permanente Anspannung begleitet.
So markieren Zigaretten auf Filmplakaten nicht nur eine Zeit, in der Rauchen allgegenwärtig war, sondern fungieren als prägnantes Symbol für Ambivalenz: zwischen Verführung und Selbstzerstörung, zwischen glamouröser Oberfläche und innerer Leere.
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