Surrealismus auf Filmplakaten arbeitet mit Bildern, die der Logik entgleiten und eher wie Fragmente eines Traums wirken. Plakate zu Filmen wie Ein andalusischer Hund (1929) setzen auf zerschnittene Körper, irritierende Blickachsen und harte Kontraste, um das Gefühl zu erzeugen, dass die Realität gerade auseinanderbricht. Das Plakat wird zur Einladung, eine Welt zu betreten, in der Ursache und Wirkung außer Kraft gesetzt sind.
Bei Der diskrete Charme der Bourgeoisie (1972) etwa verdichtet das Motiv des Frauenkörpers mit einem Essteller als Kopf die Idee bürgerlicher Leere zu einem einzigen, absurd-poetischen Bild. Solche Plakate funktionieren wie visuelle Rätsel: Sie geben kaum Handlung preis, sondern versprechen eine Erfahrung des Unbewussten, des Verdrängten, des Unheimlich-Vertrauten.
Auch spätere Werke wie Die Milchstraße (1969) oder Dieses obskure Objekt der Begierde (1977) nutzen auf ihren Postern fragmentierte Gesichter, überlagerte Silhouetten und widersprüchliche Perspektiven. Die typografische Anordnung wirkt oft ebenso verschoben wie die Bildwelt, etwa durch schräg gesetzte Titel oder asymmetrische Kompositionen. So wird das Filmplakat selbst zu einem surrealistischen Objekt, das die Grenzen zwischen Traum, Begehren und Wirklichkeit verwischt.
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