Fatih Akin, geboren 1973 in Hamburg als Sohn türkischer Einwanderer, zählt zu den prägenden Regisseuren des modernen deutschen Kinos. Nach dem Abitur studierte er Visuelle Kommunikation an der Hochschule für bildende Künste Hamburg und drehte parallel erste Kurzfilme. Sein Langfilmdebüt gab er 1998 mit Kurz und schmerzlos (1998), das ihm sofort Aufmerksamkeit als kraftvolle neue Stimme einbrachte.
Mit Werken wie Im Juli (2000) und Solino (2002) etablierte Akin seinen Stil, der häufig Migration, Identität und urbane Milieus thematisiert. Der internationale Durchbruch gelang ihm mit Gegen die Wand (2004), das auf der Berlinale mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet wurde und seinen Ruf als bedeutender Autorenfilmer festigte.
Es folgten weitere erfolgreiche Produktionen, darunter Auf der anderen Seite (2007), das in Cannes prämiert wurde, sowie die Musikdokumentation Crossing the Bridge – The Sound of Istanbul (2005). Mit Soul Kitchen (2009) wandte er sich einer leichteren, humorvolleren Tonlage zu, ohne seine gesellschaftlichen Themen aus dem Blick zu verlieren.
In den 2010er Jahren drehte Akin unter anderem Der goldene Handschuh (2019), eine düstere Literaturverfilmung, sowie das Drama Aus dem Nichts (2017), das bei den Golden Globes ausgezeichnet wurde. Sein Werk zeichnet sich durch eine enge Verbindung zu Hamburg, eine starke Figurenorientierung und die konsequente Auseinandersetzung mit kulturellen Identitäten aus.
Fatih Akin lebt und arbeitet weiterhin in Hamburg und gilt als einer der einflussreichsten Regisseure seiner Generation im deutschsprachigen Raum.
[CP]
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