Rosa von Praunheim, 1942 in Riga geboren und in Deutschland aufgewachsen, gehörte über Jahrzehnte zu den prägendsten Stimmen des queeren Films und der deutschen Gegenkultur. Mit seinem kompromisslosen Stil, seiner politischen Schärfe und seinem Humor beeinflusste er seit den späten 1960er‑Jahren Debatten weit über die Filmwelt hinaus.
Seinen Durchbruch erzielte er mit Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt (1971), einem Werk, das die westdeutsche Schwulenbewegung nachhaltig veränderte. Von Praunheim verstand Film stets als gesellschaftliches Werkzeug und blieb dieser Haltung treu.
In den 1980er‑Jahren rückte er die AIDS‑Krise ins Zentrum seines Schaffens, etwa in Ein Virus kennt keine Moral (1986). Seine Mischung aus Dokumentation und Fiktion zeigte sich auch in späteren Arbeiten wie Neurosia – 50 Jahre pervers (1995), einer selbstironischen Reflexion über sein öffentliches Bild.
Als Porträtist außergewöhnlicher Persönlichkeiten schuf er Filme wie Ich bin meine eigene Frau (1992) über Charlotte von Mahlsdorf oder Für mich gab’s nur noch Fassbinder (2000). Mit Werken wie Rosas Welt (2003) und Die Jungs vom Bahnhof Zoo (2011) setzte er seine Erkundungen queerer Lebenswelten fort.
Bis ins hohe Alter blieb er produktiv, veröffentlichte über hundert Filme und engagierte sich unermüdlich für LGBTQ‑Rechte. Rosa von Praunheim starb am 17. Dezember 2025. Sein Werk bleibt ein zentraler Bestandteil der deutschen Filmgeschichte und ein bleibender Impulsgeber für queere Kultur.
[OS]
Im Archiv befinden sich 37 Filmplakate zum Thema Rosa von Praunheim:
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