Essen auf Filmplakaten ist weit mehr als bloße Requisite – es wird zur visuellen Abkürzung für Emotion, Kultur und Begehren. Auf dem Plakat von Das große Fressen (1973) stapeln sich üppige Tafeln, die Völlerei und Selbstzerstörung gleichermaßen symbolisieren. Hier wird Nahrung zur Übertreibung, zum Exzess, der das Publikum zugleich anzieht und abschreckt.
Ganz anders arbeitet Bella Martha (2001): Das Plakat setzt auf fein angerichtete Teller und eine konzentrierte Köchin, um Präzision, Kontrolle und die Suche nach Perfektion zu vermitteln. Essen steht hier für Ordnung und Identität, für ein Leben, das über Rezepte strukturiert wird. Die kulinarische Ästhetik verspricht ein sinnliches, aber auch sensibles Drama.
In Soul Kitchen (2009) wird das Essen auf dem Plakat rauer und unmittelbarer inszeniert: Dampfende Teller, eine improvisierte Küche, ein leicht chaotisches Umfeld. Die Bildsprache suggeriert Gemeinschaft, Wärme und das anarchische Potenzial eines Ortes, an dem Menschen über Mahlzeiten zusammenfinden. Essen wird zur Metapher für Solidarität und Neuanfang.
Schließlich zeigt Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber (1989) auf seinem Plakat opulente Bankette in dunkler, barocker Atmosphäre. Die Speisen wirken fast bedrohlich, als Ausdruck von Macht, Dekadenz und Gewalt. So wird Essen auf Filmplakaten zum Spiegel menschlicher Triebe – zwischen Genuss, Kontrolle und Abgrund.
Im Archiv befinden sich 138 Filmplakate zum Thema Essen:
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