Erwin C. Dietrich wurde am 4. Oktober 1930 in Glarus geboren und war ein Schweizer Filmproduzent, Regisseur, Drehbuchautor und Unternehmer, der zu den prägenden Figuren des europäischen Exploitation- und Genrefilms zählt. Seine Karriere begann nach ersten Tätigkeiten im Kino- und Theaterumfeld Mitte der 1950er Jahre, als er mit eigenen Projekten in die Filmproduktion einstieg.
1955 war er erstmals an der Entstehung eines Spielfilms beteiligt, bevor er ab 1957 mit seiner Firma Urania-Film eigene Produktionen realisierte. Zu seinen frühen Erfolgen gehörten populäre Schweizer Komödien wie Der Herr mit der schwarzen Melone (1958) und Der Mustergatte (1959). In den 1960er Jahren produzierte er zudem Kriminalfilme im Stil der damals erfolgreichen Wallace-Reihe, darunter Die Nylonschlinge (1963).
Mit dem Wandel der Kinolandschaft Mitte der 1960er Jahre wandte sich Dietrich verstärkt erotischen Stoffen zu und etablierte sich als einer der produktivsten Produzenten des europäischen Exploitationkinos. 1968 gab er mit Die Nichten der Frau Oberst (1968) sein Regiedebüt, das sich als großer Publikumserfolg erwies. In den folgenden Jahren entstanden zahlreiche weitere Filme, häufig unter Pseudonymen wie „Michael Thomas“ oder „Manfred Gregor“. Viele dieser Produktionen wurden in seinem Studio in Rümlang realisiert und entwickelten sich später zu Kulttiteln.
Zu seinen bekanntesten Arbeiten als Produzent zählen unter anderem Jack the Ripper – Der Dirnenmörder von London (1976), Die Wildgänse kommen (1978), Gefangene Frauen – Nackt hinter Gittern (1980) und Der Commander (1988). Seine Zusammenarbeit mit Regisseur Jess Franco, mit dem er 17 Filme realisierte, gilt als eine der produktivsten Phasen beider Karrieren.
Dietrich blieb bis in die 1990er Jahre aktiv und produzierte insgesamt nahezu hundert Filme. Er starb am 15. März 2018 in Zürich.
[CP]
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