Seen auf Filmplakaten fungieren oft als Projektionsfläche für Stille, Weite und unterschwellige Emotionen. Das Wasser bildet eine horizontale Linie, die den Blick führt und Figuren optisch isoliert. Auf dem Plakat zu Die blaue Lagune (1980) wird der See beziehungsweise das türkisfarbene Gewässer zur idealisierten Naturkulisse, in der Körper, Begehren und Unschuld gleichzeitig inszeniert werden. Die spiegelnde Oberfläche suggeriert Reinheit, während der dichte Bildausschnitt jede Bedrohung ausblendet.
Ganz anders nutzt das Horror-Kino den See: Auf dem Plakat zu Freitag der 13. (1980) wird der dunkle See zum Ort des Unsichtbaren. Das Wasser verschwindet teilweise in der Nacht, nur Reflexe und Uferlinien bleiben erkennbar. Der See steht hier für Tiefe, in der sich Gewalt und Trauma verbergen. Die Ruhe der Oberfläche kontrastiert mit der Erwartung plötzlicher Bewegung.
Zwischen diesen Polen – romantische Idylle und unheimliche Leere – bewegen sich viele Filmplakate, die Seen zeigen. Mal lädt das Wasser zum Eintauchen ein, mal markiert es eine Grenze, die Figuren nicht gefahrlos überschreiten können. So wird der See zum flexiblen Symbolraum für Begehren, Angst und Übergang.
Im Archiv befinden sich 167 Filmplakate zum Thema See:
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