Malerei auf Filmplakaten verbindet die Welt des Kinos mit der Tradition der bildenden Kunst. Besonders in der Frühzeit des Films wurden Plakate oft von Hand gemalt: Ausdrucksstarke Gesichter, dramatische Schatten und stilisierte Hintergründe prägten etwa die Plakate zu Das Cabinet des Dr. Caligari (1920) oder Metropolis (1927). Der Pinselstrich wird hier zum Mittel, innere Zustände und atmosphärische Dichte sichtbar zu machen.
Auch später blieb das gemalte Filmplakat ein wichtiges Instrument, um Stimmungen zu verdichten. Bei Filmen wie Der blaue Engel (1930) oder Die Brücke (1959) erzeugen gemalte Porträts und farbige Flächen eine emotionale Vorwegnahme der Handlung. Die Malerei abstrahiert Figuren und Räume, überhöht Farben und Kontraste und schafft so eine eigene, oft ikonische Bildwelt, die sich vom nüchternen Foto deutlich unterscheidet.
In der Gegenwart kehrt die malerische Ästhetik häufig als bewusste Stilentscheidung zurück. Plakate zu Filmen wie Der Himmel über Berlin (1987) oder Barbara (2012) nutzen reduzierte, fast skizzenhafte Kompositionen, um poetische oder nachdenkliche Töne anzuschlagen. Malerei auf Filmplakaten ist damit mehr als Dekoration: Sie fungiert als visuelle Interpretation des Films und als Einladung, ihn als Kunstwerk zu betrachten.
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