Der Plakatgrafiker Lutz Peltzer
Lutz Peltzer gehört mit
über 800 von ihm gestalteten Filmplakaten zu den produktivsten Filmplakat-Grafikern im
Nachkriegs-Deutschland. Viele seiner Schöpfungen sind inzwischen begehrte Sammlerstücke
geworden. So überrascht es, dass sich Peltzer selbst nicht als Künstler sondern als
Gebrauchsgrafiker sah, der in eine Massenproduktion eingebunden ist. Diese Einstellung ist
sicher zum Teil durch seiner beruflichen Herkunft aus der Kino-Fassadenwerbung zu erklären,
die ja in der Regel eine Wegwerf-Werbung speziell für ein Kino und einen Film war - und
höchstens als Rohmaterial für den nächsten Film wiederverwendet wurde.
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Biografie
- Lutz Peltzer wurde 1925 in Manheim geboren.
- Während seiner Schulzeit von 1931-1944 gehörte Zeichnen zu seinen Lieblingsfächern.
- Schon in der Jugend ist er Fan amerikanischer Filme und Musik, die zu dieser Zeit als
"entartet" offiziell verpönt war.
- Einer Rekrutierung zum letzten Aufgebot der Wehrmacht entgeht er 1944 nur knapp
wegen seiner luxemburgischen Staatsangehörigkeit.
- Nach einem kurzen Ausflug in die Automobil-Montage fängt er im April 1946 im
Mannheimer Universum-Kino, das zu dieser Zeit unter der Leitung der amerikanischen
Besatzer stand, als Maler für Außenwerbung an. In den folgenden drei Jahren lernt
er unter der Anleitung von Erwin Fritsche das Handwerk von der Pike auf: angefangen
bei mit Schablone ausgeführten Aufführungsplänen bis zu den großformatien
Star-Portraits.
- Erwin Fritsche macht sich selbstständig, als das Universum von den Amis geräumt
wurde und nimmt Lutz Peltzer in den neuen Betrieb auf. Sie gestalten großformatige
Transparente für die Mannheimer Kinos Alster-Lichtspiele, Capitol und PALI - meist
in Arbeitsteilung, wobei die wichtige Arbeit an den Köpfen meist Fritsche vorbehalten
bleibt.
- Ende 1949 macht sich Peltzer seinerseits selbstständig, da sich das Atelier Fritsche
immer weiter vom Kino hin zu Werbemalereien für Einkauszentren u.Ä. entfernt. Er beginnt
mit Malereien für ein Kino in Friesenheim und signiert seine Arbeiten nun mit dem eigenen
Namen.
- Bis 1954 arbeitet er ausschließlich für die Manheimer Kinos, vor allem die Planken-Lichtspiele
und das PALI und gestaltet dort Außentransparente und die Vitrinen im Eingangsbereich. Durch
einen Zufall lernt er Erich Steinberg, den Generalmanager der amerikanischen RKO kennen und
erhält von ihm den Auftrag für die Gestaltung des deutschen Filmplakats für
Stahlgewitter.
- Erst jetzt beginnt die eigentliche Karriere des Filmplakatemalers Lutz Peltzer, die von
seinen Vorbildern Hans Otto Wendt, Ernst Litter, Will Williams, Bruno Rehak und anderen
beeinflusst wird. In den 50er Jahren malt er nun Plakate für die RKO, MGM und die
deutsche Paramount.
- Ab 1960 ist Schluss mit der Arbeit an den Großtransparenten, Peltzer konzentriert sich
auf die Filmplakate und wird Spezialist für Kriegs- und Monumentalfilme und Western.
Allerdings finden sich auch zahlreiche Komödienplakate in seinem Werk.
- Als in den 80er Jahren die Aufträge für Filmplakate zurückgehen, da weniger nationale
Plakate gestaltet werden und die Kinos in starker Konkurenz zu Fernsehen und Video
stehen, fängt Peltzer an, Videohüllen zu entwerfen.
- Bis 1990 gestaltet Lutz Peltzer über 800 Filmplakate.
- 1.8.-29.9.1995 Sonderausstellung des Museums Folkwangs mit Plakaten von Peltzer.
- Lutz Peltzer starb im Jahr 2003 an Krebs.
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