Der Künstler Theo Matejko
(1893-1946) ist vor allem durch seine Pressezeichnungen von Sportereignissen bekannt geworden und
zählte lange zu den meistbeschäftigten Zeichnern des Ullstein Verlages. Seine Darstellungen
von Sportereignissen mit oft vielen technischen Details setzten Maßstäbe. Der Pressezeichner
Matejko war darüber hinaus Illustrator, Werbegrafiker und gestaltete viele Filmplakate, von
denen aber heute nur noch wenige erhalten sind.
1919
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1920
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Biografie
Matejko wird am 18.06.1893 in Wien als Theo Matejka geboren. Später ändert er seinen
Nachnamen in Matejko.
Nach dem Besuch einer Bürgerschule machte er eine Ausbildung zum Kunstmaler.
Ab ca. 1913 war er als Werbegrafiker tätig. Das älteste seiner erhaltenen
Bilder stammt aus dem Jahr 1914 und hängt im Heeresgeschichtlichen Museum Wien.
Ende 1914 trat er in die K.u.K. Infantrie ein. Per Regimentsbefehl war ihm der
Besitz von Zeichenutensilien erlaubt. In der Zeit im Schützengraben kam er nur
wenig zum Zeichnen. Man wurde aber auf ihn aufmerksam und er bekam die ersten
Aufträge für die Frontberichterstattung der Illustrirte Zeitung Leipzig.
Im März 1917 wird er offiziell als Pressezeichner in die Kunstgruppe des
Kriegspressequartiers aufgenommen. In der Folge lieferte er zahlreiche
Zeichnungen von den vordersten Frontlinien.
Am 25.04.1918 heiratet Theo Matejko seine erste Frau.
Nach dem Ende des Krieges folgen die ersten Plakatarbeiten.
1920 geht Matejko nach Berlin und arbeitet unter anderem für den Ullstein Verlag.
Seine ersten Arbeiten in Berlin sind Zeichnungen von Filmpremieren, Spieleclubs
und aus dem Unterwelt-Milieu.
1921 erscheinen in der Berliner Illustrierten Matejkos erste Zeichnungen
von Auto- und Motorradrennen. In den folgenden Jahren liefert er viele Berichte
von Motorsport-Rennen quer durch Europa. Oft nimmt er auch selbst an diesen Rennen
teil, ist dabei aber nicht besonders erfolgreich. Seine Zeichnungen bestechen durch
Dynamik und technische Details. Ein zweites Hauptbetätigungsfeld waren Zeichnungen
von Sportveranstaltungen, vor allem Box-Sport und Radrennen.
1921 lässt sich Matejko von seiner ersten Frau scheiden und heiratet das blonde
UFA-Filmsternchen Erika Fiedler.
1923 entwirft Matejko für Ullstein die Gestalt des Kriegsgewinnlers Raffke, die in
der Folge sehr populär wird und sogar filmisch verewigt wird.
In der Berliner Zeit betätigt er sich kontinuierlich auch als Gestalter von
Filmplakaten - und fällt 1924 auch als Ausstellungsleiter für Filmreklame auf.
Seine Filmplakate können Matejkos Herkunft als Pressezeichner nicht verbergen, viele
wirken wie vergrößerte Illustrationen und sind nicht für Fernwirkung gedacht. Viele
seiner Aufträge kamen von der Ufa. 1924 allein 80 Stück. -
Darüber hinaus fertigt er Gebrauchsgrafik für z.B. Esso, Continental, ARAL uvm.
Ebenfalls 1923 gestaltet er einen fast 40-teiligen Plakatzyklus für den Film Die zehn
Gebote, der im U-bahn-Tunnel Leipziger Straße/Friedrichstadt in Berlin für
Aufsehen sorgt.
In den 30er Jahren tritt die Filmwerbetätitigkeit in den Hintergrund.
1935 geht Matejko im Auftrag des Ullstein-Verlages nach Amerika und veröffentlicht
gezeichnete Reiseberichte.
Ein nicht näher beschriebenes "Sittlichkeitsverbrechen" bringt ihn kurzzeitig ins
Gefängnis und beendet die Zusammenarbeit mit dem inzwischen reichsdeutschen Ullstein-Verlag.
Stattdessen kehrt er zu seinen Wurzeln, der Kriegsberichterstattung zurück und
zeichnet ab 1937 für Die Wehrmacht.
1945 gestaltet er die letzte Briefmarke des Deutschen Reichs.
Kurz vor Kriegsende verlässt Matejko mit seiner Frau Erika das brennende Berlin.
Sein gesammter Besitz wird vernichtet und geht verloren.
Wegen Filmarbeiten seiner Frau Erika reist Matejko 1946 an den Vorderthiersee bei
St. Anton. Am 09.09.1946 stirbt er dort an einem Gehirnschlag.
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Literatur:
Otto Weber: Der Pressezeichner Theo Matejko. 1893-1946. Das Buch zum 100. Geburtstag.
(Reinheim 1993) - Begleitbuch zur Ausstellung im Museum Ober-Ramstadt, 100 Seiten, ca.
160 sw-Abbildungen und Fotografien, beigelegt sind 8 farbige Plakatkarten.
Theo Matejko: Das Theo-Matejko-Buch. Zeichnungen als Aufzeichnungen aus zweieinhalb Jahrezehnten.
(1939).